Den Platz im Gewächshaus richtig nutzen

Hendrik

Hochbeete im Gewächshaus
© Kirill Gorlov / stock.adobe.com

Ob aus Glas, Kunststoff oder Folie, das eigene Gewächshaus liegt voll im beliebten Trend der Hobbygärtnerei. Unter optimalen Bedingungen wachsen Jungpflanzen, selbst gezogene Kräuter und Gemüse heran, die den heimischen Speisezettel jederzeit bereichern. Wie der vorhandene Platz im Gewächshaus effektiv genutzt werden kann, beschreibt der folgende Ratgeber:

Das Wichtigste in Kürze

  • Der Pflanzplan dient der optimierten Beetgestaltung.
  • Die Fruchtfolge fördert die Bodenfruchtbarkeit.
  • Das Hochbeet ist der Tausendsassa unter den Beeten.

Warum sich ein Pflanzplan lohnt

Die begrenzte Anbaufläche im Gewächshaus stellt eine Herausforderung für jeden Gärtner dar. Wer einen Pflanzplan aufstellt, ist klar im Vorteil, denn die Aufteilung der Beete, die Auswahl, Anzahl und Anordnung der Pflanzen sollte klug gewählt werden.
Bewährt haben sich je ein Beet rechts und links des Mittelganges oder vier Beete, wobei Platz für ein Hochbeet und einen Pflanztisch eingeräumt werden sollte.

Wände, Streben, Rankgitter und Schnurgebinde stützen hochwachsende Sorten von Tomate, Gurke und Paprika. Später lassen sich die Lücken platzsparend mit Gartenkresse oder Salatsetzlingen füllen. Buschige Chili und strauchige Kräuter passen dagegen an die Wegränder.

Auch im Gewächshaus richtet sich die Bepflanzung nach der Jahreszeit und ihren Temperaturen. Wer ein beheizbares Gewächshaus besitzt, kann das ganze Jahr über entsprechend dem Gewächshaus-Kalender pflanzen und ernten.
Um die Beetfläche richtig auszulasten und trotzdem jeder Pflanze ausreichend Luft und Licht zum Wachsen zu geben, wird breitwürfig ausgesät oder mit dem empfohlenen Abstand gepflanzt (beispielsweise Schnittsalat im Abstand von 15 Zentimetern). Kohl, Tomate, Paprika und Aubergine sollten wegen langem Wachstum als Setzling gepflanzt werden.

Um auch in der Höhe den Raum optimal zu nutzen, bieten sich platzsparende Hängesysteme, Hängeregale, Ampeln und Gewächshausclips für Hängepflanzen an, die gleichzeitig dekorative Zierelemente darstellen.

Welche Pflanzensorten platzsparend auswählen

Der Pflanzplan ermöglicht die Übersicht über die Fruchtfolge eines Jahres, um den Boden optimal auszunutzen. Dabei sollten nach den Starkzehrern (Tomate, Blumenkohl, Brokkoli, Kürbis, Kartoffel) als Hauptkulturen mit großem Nährstoffbedarf die Mittelzehrer (Gurke, Kohlrabi, Knoblauch, Möhre, Salat) und Schwachzehrer (Radieschen, Feldsalat, Kresse, Bohne, Zwiebel) als Vor- oder Nachkulturen folgen. Die umgekehrte Reihenfolge ist natürlich auch möglich, wichtig ist nur der Wechsel.

Wichtige Parameter für die Pflanzenauswahl sind ihre maximalen Ausdehnungen beim vollen Wachstum, die bei der Planung berücksichtigt werden müssen. Ziel ist die ideale Kombination von ausgeglichenen Mischkulturen, beispielsweise von Tomaten in einer Mischkultur mit anderen Bodengewächsen. Als deren gute Nachbarn erweisen sich Kohlsorten, Zwiebel, Knoblauch, Bohne, Sellerie, Paprika und Chili, während Gurke, Erbse, Fenchel und Kartoffel als schlechte Nachbarn gelten. Die Auswahl der Pflanzen richtet sich selbstverständlich nach der persönlichen Vorliebe und dem Geschmack und sollte möglichst vielfältig sein.

Vom Ganzjahres-Hochbeet im Gewächshaus ernten

Vor allem bei wenig Platz ist ein Hochbeet in komfortabler Höhe von 80 bis 100 Zentimetern, in der Mitte des Gewächshauses aufgestellt, die ideale Lösung. Sein freistehender Standort hat den Vorteil, dass bequem im Stehen gegärtnert werden kann, ohne Rücken oder Knie zu belasten. Es ist ratsam, auf der begrenzten Fläche Jungpflanzen zu verwenden, um die Anzahl der Pflanzen zu optimieren und ihr Gedeihen besser beobachten zu können.

Erfreulich sind die hohen Erträge des Hochbeetes in Relation zu seiner Größe, die der Befüllung in Schichten aus Kompost, Gartenschnitt, Küchenabfällen und Hochbeet-Erde zu verdanken sind. Durch den Witterungsschutz des Gewächshauses verlängert sich die Erntesaison bis in den Herbst und Winter. Im Hochbeet erleiden die Pflanzen keine Bodenkälte und können zusätzlich durch das Abdecken mit Vlies oder einem Frühbeet-Aufsatz vor Frost geschützt werden. Dennoch gehören Rosenkohl und andere Kohlarten wegen ihrer langen Kulturzeit nicht ins Hochbeet, stattdessen nehmen schnell wachsende Sorten, wie zum Beispiel Radieschen, Spinat, Schnittsalat oder Kohlrabi, diesen wertvollen Raum ein.

Bleibt zu erwähnen, dass das Hochbeet den Pflanzen Schutz vor Schnecken, Mäusen oder anderen Schädlingen bietet. Außer dem platzsparenden Aspekt, werden Hochbeete auch als gestalterisches Element und Dekoration geschätzt, denn es gibt sie in den verschiedensten Größen, Formen und Materialien.

Fazit

Der Platz im Gewächshaus kann bei richtiger Planung das ganze Jahr über für den Anbau von Gemüse, Kräutern und anderen Pflanzen optimiert werden. Als wichtig erweist sich dabei die passende Pflanzenauswahl zur Fruchtfolge. Platzsparend ist der Einsatz von Hochbeeten und Hängesystemen, um das Gewächshaus auch in der dritten Dimension zu nutzen. Optimal gestaltet, wird das Gewächshaus zur Freude des Gärtners und zum allgemeinen Blickfang.

Quellen

  • eigene Recherche des Teams
  • www.beckmann-kg.de/gaertnern-im-gewaechshaus
  • haus-und-beet.de/pflanzplan-fuer-gemuese/
  • www.pflanzmich.de/ratgeber/blog/gartenpraxis/hochbeet-vorteile
Hendrik
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